Derzeit erobern zwei Pflanzen mit langer Anwendungstradition die westlichen
Märkte: Safran, die Stigmata von Crocus sativus, und Hoodia sp., eine südafrikanische, kaktusähnliche Art der Asclepiadaceae. Safran wurde von den arabischen, persischen, römischen und griechischen Autoritäten wegen seiner kardiotonen, entzündungshemmenden, leberprotektiven, stimulierenden und aphrosidierenden Effekte hoch geschätzt. Durch moderne pharmakologische Testung wurden apdaptogene, antidepressive und tumor-präventive Effekte nachgewiesen.
Hoodia hat eine lange Anwendungstradition bei den Buschmanngesellschaften der Kalahari, welche die Triebe als Wasserquelle verwendeten, aber auch das Hungergefühl damit unterdrückten. Phytochemische und pharmakologische Testung führte zur Entdeckung einer Triterpensaponinfraktion mit ausgeprägt hemmendem Effekt auf das Hungergefühl. Zubereitungen aus Hoodia könnten sich somit zu einem vielversprechenden und innovativen Mittel in der Behandlung der Fettleibigkeit, von Diabetes Typ 2, und Übergewichts-bedingten kardiovaskulären Beschwerden entwickeln (z.B. das metabolische Syndrom).
Obwohl die Verwendung von Hoodia-Zubereitungen in vielen Ländern durch ein US-amerikanisches Patent geschützt ist, werden die grauen Märkte mit einer Vielzahl
von Hoodia-Produkten von häufig zweifelhafter Qualität überflutet. Beide Rohstoffe, Hoodia und Safran, sind teuer und knapp. Dies spiegelt sich in einer großen Zahl von Verfälschungen wider. Die derzeitige Marktsituation ermutigt nicht zur systematischen Verwendung von unkontrolliertem Rohmaterial. Darüber hinaus können wissenschaftliche Ergebnisse auf der Basis dieser Rohmaterialqualität nicht reproduzierbar sein.
Eine einfache Lösung, die umfangreiche traditionell-wissenschaftliche Erfahrung der Wissenschaft und der modernen Medizin zugänglich zu machen, besteht in der Befolgung der Regeln der WHO-Guideline „Good Agricultural and Collection Practice" (GACP), und darin, die Quellen des Rohmaterials transparent zu machen.
Unser internationales Forschungsprogramm konzentriert sich auf das Screening geeigneter Kultivare und der Einrichtung eines kontrollierten Anbaus. Darüber hinaus beinhaltet das Projekt phytochemische, pharmakologische und klinische Untersuchungen für beide Pflanzen, wie auch die galenische Entwicklung von Extrakten.
Download: Hoodia gordonii and Crocus sativus: Quality of Herbal Raw Material (148.98 kB 2009-05-20 12:45:09).
Symposium über Arzneipflanzenforschung, Amman (Jordanien), 16.-18. November 2005
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