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Crocus sativus L. - Safran

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crocus_sativus_3Crocus ist eine Gattung aus der Familie der Iridaceae. Sie weist die typischen botanischen Eigenschaften der Liliatae auf. Es wurden mehr als 400 Arten, Unterarten und Formen beschrieben, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten und in verschiedenen Farben blühen, aber nur eine davon dient als Quelle für Safran: Crocus sativus L.

Botanik und Anbau

Wie der Name "sativus" anzeigt, stammt Safran ausschließlich aus Kultur. Crocus sativus ist eine sterile, mehrjährige Pflanze, die vegetativ über ihre Knollen wird. Crocusanbau zur Safrangewinung fand in allen Regionen rund um das Mittelmeer statt, vor allem in den östlichen Regionen. Die bedeutendste Herkunftsregion war und ist aber Persien. Mit der Verbreitung des Islam im Mittelalter ging auch die Ausbreitung von Safran einher, und erreichte so auch Länder wie Spanien oder Österreich. Heute werden mehr als 200 Tonnen Safran pro Jahr verarbeitet. Der Löwenanteil stammt aus dem Khorsasan. Relativ kleine Mengen stammen aus Indien, Griechenland, Marokko und Spanien. Die von anderen Ländern produzierten Mengen sind immer noch sehr gering. Länder, in denen usrpünglich einmal Safran produziert wurde, planen derzeit die erneute Einführung der Kultur.

Ein größeres Hindernis auf diesem Weg sind allerdings die Lohnkosten. Obwohl Safran das teuerste Gewürz ist, haben die großen Unterschiede in den Lohnkosten zu einem raschen Niedergang des Safrananbaus in den westlichen Ländern geführt. Durch das gegenwärtige Allzeithoch der Weltmarktpreise für Safran wird der Anbau in einigen Ländern Europas und Asiens wieder ökonomisch lohnenswert – die Qualität muss aber unbedingt an diejenige heranreichen können, die seit mehreren Jahrtausenden im Khorasan produziert wird.

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Crocus sativus - Safran
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Crocus sativus - Safran
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Crocus sativus - Safran
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Crocus sativus - Safran

Verwendungencrocus_sativus_4_saffron_raw

Crocus sativus ist eine sehr alte Arzneipflanze, die seit einigen Jahrhunderten auch als wertvolles Gewürz dient. Sie ist die Quelle für Safran, das aus den getrockneten roten Narbengriffeln (Stigmata) von Crocus sativus besteht. Die Verwendung von Safran gegen verschiedene physiologische Zustände und Beschwerden ist über mehrere Jahrtausende hinweg in allen alten mediterranen, persischen und arabischen Kulturen dokumentiert. Das Interesse riss nie ab: Auch heute noch wird unter Verwendung moderner analytischer, pharmakologischer und klinischer Methoden viel Safranforschung betrieben, um die traditionellen Verwendungen des Pflanzenmaterials zu bestätigen.

Safran wurden viele Effekte zugeschrieben. Traditionelle Einsatzgebiete waren unter anderem:

  • Stimmungsbalance: Auch heute noch werden Safranzubereitungen zur Verbesserung von Wohlergehen und Laune verwendet. In Persien sagen die Menschen, dass eine Tasse Safrantee die gute Laune zurückbringt.
  • Eitrige Entzündungen und Infekte des Auges: Im antiken Ägypten und Griechenland war dies eine der Hauptindikationen.
  • Kreislaufanregung
  • Stimulans und Aphrodisiakum, Verhinderung des vorzeitigen Samenergusses
  • Supportive Behandlung verschiedener Krebsarten

Die moderne pharmakologische und klinische Forschung hat diese Effekte bestätigt:

  • Antidepressive Effekte: In klinischen Studien gegen Placebo und gegen die synthetischen Antidepressiva Fluoxetin und Imipramin wurden für Safranextrakt antidepressive Eigenschaften nachgewiesen, ohne dass Safran die Nebenwirkungen dieser Arzneistoffe gezeigt hätte.
  • Entzündungshemmende Effekte in vivo
  • Blutfett-senkende Effekte in vivo
  • Stimulierende und potentiell aphrodisierende Effekte wurden in vivo mit verschiedenen Safraninhaltstoffe beobachtet.
  • Chemopreventive Effekte in vivo und anti-Tumor-Effekte in vitro wurden in verschiedenen Modellen belegt. Safranextrakte sind nicht einfach nur zytotoxisch, sondern greifen selektiv Krebszellen an, während sie gegenüber gesunden Zellen untoxisch sind.

Safran wird in vielen Formen vertrieben. In Persien und rund um das Mittelmeer werden verschiedene Speisen mit Safran gewürzt, einschließlich Reis, Butter, Käse, Fertiggerichte, verschiedene Brotarten, Gebäck, Süßigkeiten und viele Getränke.

Sicherheit

Safran ist offenbar selbst bis zur extrem hohen Dosis von mehr als 1,5 g/Tag als sicher anzusehen. Gelegentliche Berichte über Toxizität scheinen mit Verwechslungen des "Wiesensafrans" (englisch "Meadow saffron") = Colchicum autumnale, in Zusammenhang zu stehen. Letztere Pflanze, die Herbstzeitlose, ist tatsächlich eine Giftpflanze.

Die übliche Tagesdosis für die Verbesserung der Stimmung beträgt ungefähr 30 mg. Mit dieser Menge sind keine unerwünschten Effekte bekannt.

Verfälschungen

crocus_sativus_5_saffron_stamensWeil Safran ein extrem teueres Pflanzenmaterial ist, waren Verfälschungen schon immer ein größeres Problem. Typische Verfälschungen sind in feine Streifen geschnittene Blüten anderer Arten, zum Beispiel Calendula officinalis L., Carthamus tinctorius L., Onopordon acanthium L., Cynara cardunculus L., Zea mays (die Stigmata), Crocosmia aurea POPPE ex HOOK ("Kapsafran"), Arnica montana L., Scolymus hispanicus L., Papaver rhoeas L., Punica granatum L., Sutera atropurpurea, Crocosmia crocosmiflora LEMOINE, die Haarwurzeln verschiedener Allium-Arten (Allium schoenoprasum, Allium porrum L.), die äußeren Blätter von Zwiebeln, Paprikapulver, geschnittene und gefärbte Gräser, gepulvertes Sandel- und Campecheholz oder Gelbwurzpulver.

Diese Verfälschungen werden zum Teil mit industriellen Methoden produziert. Verfälschungen tierischen oder synthetischen Ursprungs sind unter anderem gefärbte Gelatinefasern, Fasern von eingesalztem oder getrocknetem Fleisch, und künstliche Farbstoffe, sogar Papierstreifen.

Typische Verfälschungen zur Steigerung des Gewichtes des Handelsmaterials sind Wasser, Zuckersirup, Glycerin, Honig oder fette Öle. Das Zusammenkleben der Stigmata wird dann durch Bärlappsporen (Lycopodium) verhindert.

Alternativ wurde auch der Zusatz von anorganischen Salzen wie Calciumcarbonat, Barium- oder Magnesiumsulfat, Kaliumnitrat, Kaliumcarbonat oder Borax. Gelegentlich wird auch vorextrahierter Safran verkauft. 

Solche Verfälschungen treten nur auf, wenn die Herkunft des Materials nicht nachvollziehbar ist. Sie lassen sich vermeiden, und gute Qualitäten sind zu erwarten, wenn die Herkunftskette des Pflanzenmaterials vom Anbau bis zur Extraktherstellung nachvollzogen werden kann.  

Unsere Safranaktivitäten

Trotz der langen Tradition der Safranverwendung und trotz einer Menge an Feldforschung über Safrananbautechniken ist über Unterschiede in der Qualität von Safran aus verschiedenen Chemotypen nur wenig bekannt, obwohl solche Unterschiede in der Tat in der traditionellen Verwendung berichtet werden.

Unser Interesse an einem Screening- und Anbauprojekt wurde durch die Häufigkeit von Verfälschungen und die Intransparenz der Handelswege geweckt. Unsere ursprüngliche und nach wie vor weitergeführte Arbeit bestand in einem Screening lokaler Safranqualitäten von verschiedenen nachvollziehbaren Herkünften. Parallel dazu untersuchten wir den Einfluss von Anbau-, Ernte und Verarbeitungstechniken auf die Safranqualität, beurteilt anhand der Zusammensetzung der Inhaltstoffe. Die so entwickelten Techniken gestatten uns, die Anbaubedingungen für hohe Gehalte an Safranal oder Crocin zu optimieren. 

Gegenwärtig beraten wir Safrananbauer in verschiedenen Ländern im Rahmen von Projekten zum Aufbau von Safrankulturen mit überdurchschnittlicher Qualität, unter Einhaltung der Regeln der WHO-Guideline "Good Agricultural and Collection Practise" (GACP), und den Regeln des biologischen Anbaus. 

crocus_sativus_2_on_fieldsCrocus sativus auf dem Feld

Darüber hinaus haben wir Extraktionstechniken und galenische Formen wie Flüssig- und Trockenextrakte für verschiedene Anwendungsformen entwickelt. 

Download
Saffron - a review of the literature (479.9 kB 2009-05-20 23:14:13)

 

Für weitere Informationen über Safranextrakte kontaktieren Sie uns bitte.

Aktualisiert ( Donnerstag, 18. Juni 2009 um 19:22 Uhr )  

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